Erfolgsfaktor Familie


Seiteninterne Navigation:

Abschnittsende: Rücksprung zur seiteninternen Navigation


Übergreifender Servicebereich des Internetauftitts

Abschnittsende: Rücksprung zur seiteninternen Navigation


Übergreifende Navigation des Internetauftritts

Abschnittsende: Rücksprung zur seiteninternen Navigation


Servicebereich dieser Webseite

Familienfreundlichkeit - Der Film: Gute Beispiele aus der Praxis

4. Blitzabfrage zu Angeboten für Eltern mit schulpflichtigen Kindern

Ist mit Schuleintritt der Kinder alles einfacher? Welche Unterstützung bieten Arbeitgeber den Eltern? Direkt zur Umfrage.

Mehr Informationen...

Anmeldung

Newsletter

Ausgabe Juni 2010

Ansehen | Abonnieren

Titelseite des Newsletters „Erfolgsfaktor Familie“, Ausgabe Juni 2010

Download PDF

Kalender

Die aktuellen Termine!

Aktuelle Termine finden Sie in unserem Terminkalender im Programm-Bereich. weiter

Abschnittsende: Rücksprung zur seiteninternen Navigation


Inhaltsbereich dieser Webseite

Netzwerk aktuell11.12.2009

Ausführliche Auswertung der zweiten Blitzumfrage „Arbeitszeit – vollzeitnahe Teilzeit“

Die ausführliche Auswertung der zweiten Blitzumfrage „Arbeitszeit – vollzeitnahe Teilzeit“ liegt vor. 41 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und Institutionen haben dem Netzwerkbüro geantwortet. Mit den Blitzabfragen möchte das Netzwerkbüro noch mehr gute Beispiele sichtbar machen und den Austausch von Unternehmen und Institutionen befördern. Im Folgenden zeigen wir Ihnen einen Auszug aus der Vielzahl an interessanten Antworten der zweiten Blitzumfrage.

Die überwiegende Zahl der Unternehmen ermöglicht ihren Beschäftigten, in reduzierter Vollzeit zu arbeiten. Die meisten machen damit positive Erfahrungen, da dieses Arbeitszeitmodell Beschäftigen eine gute Balance zwischen Beruf und Privatleben ermöglicht. Beschäftigte arbeiten motivierter, werden seltener krank und kehren nach familienbedingten Auszeiten schneller an den Arbeitsplatz zurück.

Telearbeit schafft neue Zeiträume

In der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) – Leibniz Informationszentrum Wirtschaft in Kiel und Hamburg wird dieses Arbeitszeitmodell gerne mit der Möglichkeit verbunden, bis zu 50% der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit vom häuslichen Arbeitsplatz zu arbeiten. Einen besonders positiven Effekt beschreibt Nora Grabsch, Gleichstellungsbeauftragte der ZBW: „War es vor der Einführung der Telearbeit so, dass einige Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter aus familiären Gründen ihre wöchentliche Arbeitszeit hälftig reduziert haben, konnten sie mit Einführung dieses Arbeitszeitmodells frühzeitig ihre Arbeitsstunden wieder aufstocken und damit in vollzeitnaher Teilzeit arbeiten. Durch eine großzügig ausgelegte Arbeitszeitgestaltung werden zeitliche Freiräume geschaffen.“

In der Steuerberatungskanzlei Döcker Wigger Lührmann in Rheine arbeiten zwei der 40 vorwiegend weiblichen Beschäftigten vollzeitnah. Im Krankheitsfall oder bei Betreuungsengpässen ist Telearbeit jederzeit möglich: „Die Arbeitsorganisation klappt reibungslos, weil wir alles digitalisiert haben“, beschreibt Birgit Saborowski, Personalreferentin in der Kanzlei, die Situation.

Auch Führungskräfte profitieren

Telearbeit macht es häufig auch Führungskräften möglich, ihre Stundenzahl etwas zu reduzieren. In der Hälfte der antwortenden Unternehmen arbeiten Führungspersonen in vollzeitnaher Teilzeit. In einigen Betrieben ein großer Anteil. Bei kleineren Unternehmen arbeiten auch Inhaber und Inhaberinnen in reduzierter Vollzeit. Meist wird dieses Modell jedoch eher bei stellvertretenden Führungspositionen sowie mittleren Positionen praktiziert und häufig auch nur für einen begrenzten Zeitraum.

So berichtet Christina Merkel-Reif, Personalleiterin bei der Init AG in Karlsruhe, von positiven Effekten für das IT-Unternehmen: „Jeder hat ein Firmenhandy und meist auch einen Zugriff auf das firmeninterne Laufwerk von zu Hause aus. Dadurch ergibt sich für beide Seiten eine Win-Win-Situation. Die Beschäftigten erhalten größtmögliche Flexibilität, sind gut zu erreichen und erfüllen ihre Arbeitsauftrag trotz Abwesenheit sehr gut. Diese Flexibilität habe auch ich mir zu Nutzen machen können. Nach der Geburt meines Kindes war ich anfangs nur stundenweise im Betrieb, danach habe ich auf 75 Prozent aufgestockt. Das Unternehmen ist mir in einer wichtigen Phase meines Lebens entgegengekommen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass es mir dadurch möglich war, meine Leitungsposition beizubehalten.“

Auch die Geschäftsleitung des Lebensmittelherstellers Kölln KGaA in Elmshorn berichtet von positiven Erfahrungen reduzierter Vollzeit in Führungspositionen. Allerdings favorisiert Dr. Stefan Geiser, Geschäftsleitung Personal, dabei ein klar definiertes Zeitmodell: „Eine Abteilungsleiterin in der Abteilung „Produktentwicklung und Ernährungswissenschaft“ hat vollzeitnahe Teilzeit gemacht. Dabei hat sie das sogenannte „Blockmodell“ wahrgenommen. Das heißt: Vier Tage arbeitete sie voll und setzte dafür einen Tag komplett aus. Die Beschäftigte erhält dadurch eher das Gefühl, stärker im Betriebsgeschehen integriert zu sein, als wenn sie jeden Tag am frühen Nachmittag die Arbeit abbrechen muss. Zum anderen hat es auch für den betrieblichen Ablauf den Vorteil, dass Meetings zu jeder Tageszeit anberaumt werden können“.

Annette Stetter, Personalleiterin im mittelständischen Unternehmen Technidata AG in Markdorf, geht es gar nicht so sehr darum, im Modell der vollzeitnahen Teilzeitarbeit tatsächlich weniger zu arbeiten. Sie sieht den Vorteil eher im Zugewinn an Flexibilität: „Sie erkaufen sich mit vollzeitnaher Teilzeit ein Stück Flexibilität im Gegensatz zu Vollzeitkräften. In Verbindung mit Telearbeit funktioniert das noch besser. Es geht doch um ein ergebnisorientiertes Arbeiten und nicht um die Anwesenheitszeit. Als Personalleiterin weiß ich, dass es für den Arbeitgeber nicht immer einfach ist, die flexiblen Arbeitszeiten der Mitarbeiter zu koordinieren. Meine Identifikation mit der Arbeit ist durch dieses Entgegenkommen gestiegen. Deshalb arbeite ich gerne auch mal mehr als auf dem Papier vereinbart.“

Vollzeitnahe Teilzeit auch für Männer interessant

Sehr gerne wird dieses Arbeitszeitmodell gewählt, um sein Kind für einen begrenzten Zeitraum über die erste Zeit der Einschulung zu begleiten, sich weiterzubilden oder um schrittweise nach der Elternzeit wieder einzusteigen. Wenn es bisher überwiegend Frauen sind, die ihre Arbeitszeit reduzieren, berichten die Unternehmen von einem zunehmenden Anteil an Männern, der Teilzeitbeschäftigung in Verbindung mit Telearbeit in Anspruch nimmt.

So bei der  Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) in Bonn, einer besonderen Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit. „Bei uns arbeiten auch Männer, darunter Väter, in vollzeitnaher Teilzeit, oft in der Kombination mit Telearbeit. Das klappt prima", bemerkt Eva-Elisabeth Weber, Gleichstellungsbeauftragte in der ZAV. Sie selbst arbeitet in der Altersteilzeit in reduzierter Vollzeit.

Annette Stetter, Personalleiterin bei der Technidata AG, beobachtet dies allerdings etwas anders: „Die Väter nehmen eher zwei Monate Elternzeit. Das Interesse an Teilzeit beginnt bei den Vätern erst dann, wenn die Ehefrau selbst wieder arbeiten geht. Es sind vor allem Männer aus dem akademischen Bereich, die in Teilzeit gehen.“

Gut gerüstet für die Zukunft - Konzepte für ältere Beschäftigte und zu pflegende Angehörige

Ein weiterer Trend ist zu beobachten: Die Belegschaften werden zunehmend älter und immer mehr Beschäftigte haben zu pflegende Angehörige. Hier ist reduzierte Vollzeitarbeit auch ein Mittel der Gesundheitsprävention. Dr. Stefan Geiser betont: „Die Kölln KGaA nimmt auf ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besondere Rücksicht. Wir legen hohen Wert darauf, die Arbeitskraft unserer älteren Mitarbeiter möglichst lange zu erhalten. Wenn wir sehen, dass jemand gesundheitliche Beschwerden hat, so bieten wir aktiv unterschiedliche Modelle der Arbeitszeitreduzierung und -flexibilisierung an.“

Auch bei den Beschäftigten der Steuerberatungskanzlei Knollenborg & Partner in Lingen bemerkt die in reduzierter Vollzeit arbeitende Geschäftsführerin Elisabeth Knollenborg eine gewisse Tendenz: „Pflegebedürftige Angehörige werden auch bei uns immer stärker ein Grund, seine Arbeitszeit zumindest geringfügig oder temporär zu reduzieren“.

Ebenso stellt sich Birgit Saborowski von der Steuerberatung Döcker Wigger Lührmann darauf ein, dass die Sorge um pflegebedürftige Angehörige einen steigenden Anteil ihrer Beschäftigten umtreiben wird: „Das ist der Trend der Zukunft. Ich habe deshalb durchaus ein offenes Ohr in dieser Richtung.“

Das Salz in der Suppe: Unternehmensinterne Kommunikation muss funktionieren
Trotz überwiegend guter Erfahrungen mit vollzeitnaher Teilzeit bemängeln einige der Unternehmen einen erhöhten Koordinierungsaufwand. So braucht es Vertretungsregelungen oder Arbeit muss neu verteilt werden. Insbesondere in Schichtsystemen halten einige der befragten Unternehmen dieses Modell für nicht realisierbar.

Dr. Stefan Geiser von der Kölln KGaA weist auf eine potentielle Gefahr hin: „Beschäftigte in Teilzeit können das Gefühl bekommen, sie müssten das gleiche Pensum einer Vollzeitkraft in kürzerer Zeit schaffen. Hier droht mittelfristig eine Überlastungssituation. Eine gute Kommunikation im Unternehmen trägt dazu bei, dass solch eine Situation gar nicht erst entsteht“.

Auch vom Beschäftigten, der in Teilzeit arbeitet, verlangt das Modell ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Davon ist Annette Stetter von der Technidata AG überzeugt: „Das Modell erfordert eine hohe Disziplin, die reduzierte Zeit auch einzuhalten. Insbesondere wenn jemand nur etwas weniger als Vollzeit arbeitet, gerät manchmal in Vergessenheit, dass er eigentlich nicht voll verfügbar ist. Meistens arbeitet eine Teilzeitkraft doch mehr als vertraglich festgelegt ist.“

Umso wichtiger ist es, dass die unternehmensinterne Kommunikation gepflegt wird. Dadurch erhöht sich meist die Akzeptanz dieses Arbeitszeitmodell in der gesamten Belegschaft.


1. Blitzabfrage

Die Auswertung der im Juni gestarteten ersten Blitzumfrage zum Thema „Familienfreundlichkeit zum Thema machen – Maßnahmen der internen und externen Kommunikation“ können sie hier einsehen.

Zurück zur Übersicht


© 2010 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Webbug